Wofür sind sie gut? Oder schaden sie gar der Gesundheit?

Was macht den Frischkäse aus dem Kühlregal so schön cremig und die Zuckerwaren bunt? Das haben Sie sich sicherlich auch schon häufiger gefragt, wenn Sie Ihre Familie mit Nahrungsmitteln versorgen.

Verantwortlich dafür sind Lebensmittel-Zusatzstoffe mit vielen Aufgaben. Sie färben zum Beispiel Nahrungsmittel oder verstärken ihren Geschmack. Sie verdicken sie oder machen sie länger haltbar. Neben einer Fülle von künstlichen werden Zusatzstoffe aus pflanzlichen Rohstoffen eingesetzt. Die europäische Gemeinschaft hat etwa 320 erlaubt und nummeriert. Meist sind sie als E-Nummer angegeben. Das „E“ steht als Abkürzung für Europa. Die E-Nummern werden je nach Verwendungszweck in verschiedene Kategorien untergliedert.

Ob Zusatzstoffe in Lebensmitteln enthalten sind und vor allem welche, verrät ein Blick auf die Verpackung. Bei verpackten Produkten sind die Hersteller dazu verpflichtet, diese Substanzen wie folgt in der Zutatenliste zu nennen:

  • stets mit dem Klassennamen (z.B. Konservierungsstoff) und
  • mit der E-Nummer (z.B. E 200) oder dem Namen des verwendeten Zusatzstoffes (z.B. Sorbinsäure).

Da die E-Nummern in den letzten Jahren einen schlechten Ruf bekommen haben, werden sie heute oft nicht mehr als Nummer angegeben, sondern nur die Klassenbezeichnung zusammen mit dem Zusatzstoff genannt; Beispiel: „Geschmacksverstärker Glutamat“.

Industriell hergestellte Lebensmittel kommen nicht ohne Zusatzstoffe aus, da sie die Verarbeitung von Lebensmitteln vereinfachen. Fertiggerichte oder Süßwaren gelten als „E-Nummern-Sammelbecken“. Aber auch neuartige vegane oder Light-Produkte, die gesundheitliche Vorteile versprechen, können viele E-Nummern enthalten.

Überblick über die wichtigsten Zusatzstoffe:

E-Nummern und ihre Verwendung

 

 Kategorie  E-Nummern

Beispiele

 Einsatz…

Aufgaben

 Möglichst meiden!
 

Farbstoffe

E100-199 …in Zuckerwaren aller Art, Marzipan, Obstkonserven, Limonade, Fertigpudding, Eis, Margarine, KäseSie verändern das Aussehen von Lebensmitteln. E102: Tartrazingelb
(Gummibärchen)E122: Azorubinrot

E123: Amaranthrot

E127: Erythrosinrot
(kandierte Kirschen)

 Konservierungsmittel E200-290 …in vielen verschiedenen Lebensmitteln.Sie hemmen das Wachstum von Schimmel-, Hefepilzen sowie Bakterien. Dadurch ist das Produkt länger haltbar.
E210: Benzolsäure
(Kartoffelsalate, geschwefelte Trockenfrüchte)E214-219: PHB-Ester
(Gemüsekonserven, Salatsoßen, Fruchtsaftgetränke)

E249-252: Nitrate
(gepökeltes Fleisch und Wurstwaren)

E232: Natriumorthophenyl-phenolat
(Schale von Zitrusfrüchten)

Säuerungsmittel

Antioxidationsmittel

E300-321 …in Suppen, Brühen, Knabbermischungen, Kaugummi, Marzipan und Nougatmasse, Eis, MargarineSie verhindern Reaktionen von Sauerstoff mit Lebensmitteln und erhöhen dadurch die Haltbarkeit.

 

 

E310: Propylgallat
(in Kaugummi)E311: Octylgallat

E312: Dodectylgallat
(Marzipan, Nougat, Knabberartikel)

Emulgatoren

Stabilisatoren

E322

E338-341

E470

…in Süßspeisen, Pudding, Eis, Backwaren, Wurst, Käse, Mayonnaise, CremespeisenEmulgatoren verbinden wasser- und fettlösliche Flüssigkeiten zu einer Masse.

Stabilisatoren sind Substanzen, die die Konsistenz oder die Zusammensetzung von Lebensmitteln erhalten.

E338-341: Phosphate
(Trockenmilcherzeug-nisse, Brot, Backpulver; Fischstäbchen, Dosenwürstchen)
Verdickungsmittel

Geliermittel


E400-415E425

E440

E460-466

…in Gelees, Pudding, Konfitüren, Soßen, Wurstwaren, Light-Produkten, Eis

Sie sorgen für eine festere Konsistenz oder verleihen Speisen Cremigkeit.

 

 

Geschmacksverstärker E620-630 Kartoffelchips, Wurst, Brühen, Soßen, TK-Produkten, Fertigprodukte

Sie sollen das Aroma aufpeppen, das durch industrielle Verarbeitung abgenommen hat.

 

E620-625
(Glutamat)E630
Modifizierte Stärke E1404-1450
…in vielen Lebensmitteln, muss nicht deklariert werden.Sie geben Lebensmitteln durch das Eindicken eine bestimmte Konsistenz.

Besondere Auswirkung auf Kinder:

Damit es schön bunt ist, sich lange hält, Knuspergeräusche erzeugt oder so richtig fruchtig schmeckt, werden oftmals Geschmacksverstärker und weitere Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Farbstoffe sowie Aromastoffe in den sogenannten „Kinderlebensmitteln“ wie Speiseeis, Limonaden, Brausepulver, Pudding, Kuchen oder Süßigkeiten verarbeitet.
Doch nicht alle dieser erlaubten Zusatzstoffe sind unbedenklich. Vor allem für Kinder deshalb, weil sie empfindlicher sind und ein geringeres Körpergewicht haben. Außerdem funktionieren die Abbauprozesse noch nicht so gut wie bei Erwachsenen. Weiterhin könnte ein höheres Allergierisiko entstehen, wenn bereits in jungen Jahren viele E-Nummern-Produkte konsumiert werden. Zudem verlieren die Kinder den Bezug zu natürlichen Lebensmitteln. Die vielen Zusatz- und Aromastoffe verfälschen die Geschmackswahrnehmung. Beispiel: Nicht ein Naturjoghurt mit frischen Früchten sondern ein gekaufter Erdbeerjoghurt mit Aromastoffen schmeckt dann für sie typisch nach Erdbeeren.

 

Elterntipp für die Praxis im Umgang mit Zusatzstoffen:

Die Angabe der Zusatzstoffe ist oft schwer verständlich. Leider gibt es immer noch zu wenig fundierte Informationen. Fest steht, dass Zusatzstoffe Krankheiten auslösen können! Machen Sie sich schlau und recherchieren Sie im Internet. Beschäftigen Sie sich mit dem Thema und lernen Sie bedenkliche von unbedenklichen Zusatzstoffen zu unterscheiden. Studieren Sie sehr genau die Zutatenliste. Achten Sie beim Einkauf von Süßwaren ganz besonders darauf (Farbstoff!). Kochen Sie möglichst selbst, damit Sie wissen, welche Zutaten im Gericht verwendet werden.

Fazit:

Gerade in Hinblick auf eine gesunde Familienernährung ist darauf zu achten, Lebensmittel mit kritischen Zusatzstoffen nur sparsam einzusetzen oder besser ganz vom Speiseplan zu streichen.

Einen gewissenhaften Umgang mit Zusatzstoffen wünscht Ihnen
Sabine Timmermann

 

November 2020

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