Nach Ansicht von Ärzten hat sich die Gesundheit der Kinder in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren verschlechtert. Das Forsa-Institut (www.forsa.de) hat im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit bundesweit 100 Kinder- und Jugendärzte befragt.

Die Mediziner entdeckten häufig Entwicklungsstörungen bei ihren kleinen Patienten. 94 % der befragten Ärzte stellten eine Zunahme von Übergewicht fest; vor allem bei den Sechs- bis Achtjährigen. Als Gründe gaben sie ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung an.

Mittlerweile ist jedes 5. Kind in Deutschland übergewichtig!

Viele Eltern fragen sich, ob es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Bewegung ihres Kindes gibt und was sie tun können, damit sich ihr Kind gesund entwickelt.

Haben Sie sich das auch schon gefragt?

 

Kinder erleben ihre Ernährung in Form von Mahlzeiten. Regelmäßige, über den Tag verteilte Mahlzeiten geben Ihrem Kind Energie und Nährstoffe, die es zum Spielen, Entdecken und Lernen, Laufen, Klettern und Toben braucht.

 

Eine optimale Kinderernährung baut auf einfache Regeln. Kalorienzählen oder aufwändige Rezepte sind überflüssig. Auch auf spezielle Fertigprodukte oder Kinderlebensmittel kann verzichtet werden. Es sind nur einige Grundregeln zu beachten.

 

Kennen Sie das Ampelprinzip?

Bei dieser optimalen Mischkost werden die Lebensmittel nach den Ampelfarben eingeteilt.

Farbe Rot (sparsam): fettreiche Lebensmittel und Süßwaren zum Genießen und Verfeinern (Süßes, fette Snacks, Koch- und Streichfett)

Stopp! Lieber achtsam genießen!

Farbe Gelb (mäßig): tierische Lebensmittel zum maßvollen Genuss (Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Ei, Wurst)

Achtung! Mäßig aber regelmäßig anbieten!

Farbe Grün (reichlich): pflanzliche Lebensmittel und Getränke zum Sattessen und Durstlöschen (Obst, Gemüse, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Getränke)

Diese Nahrungsmittel sind gut zum Sattwerden und Durstlöschen und können Sie Ihrem Kind in unbegrenzter Menge servieren!

 

 

Wie können Sie das im Alltag in Ihrer Familie umsetzen?

Bei den besonders empfohlenen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Gemüse, Obst oder Kartoffeln, kann Ihr Kind entscheiden, wie viel es davon isst. Fette Fleisch- und Wurstsorten, und fettreiche Knabbereien nur in kleineren Mengen verzehren lassen. Ein achtsames Auge sollten Sie haben, wenn es um den üppigen Verzehr von Süßigkeiten und Limonade geht. Seien Sie ein gutes Vorbild!

Für Kinder sind 5 Mahlzeiten am Tag empfehlenswert. Sie sollten eine warme und zwei kalte Hauptspeisen sowie zwei weitere Zwischenmahlzeiten (zweites Frühstück und Nachmittagssnack) umfassen. Ihre Zusammensetzung entspricht den bereits angesprochenen 3 Regeln für die Lebensmittelauswahl: reichlich, mäßig, sparsam.

Die Mahlzeiten immer mit essensfreien Zeiten von etwa zwei bis drei Stunden abwechseln. Die Nährstoffe können so optimal verarbeitet werden. Während dieser Essenspausen zwischen den Mahlzeiten, bitte Ihrem Kind weder Snacks, noch zuckerhaltige Getränke oder Milch anbieten. Energiearme oder energiefreie Getränke gehören zu jeder Mahlzeit und dürfen und sollten auch zwischendurch von Ihren Kindern getrunken werden.

 

Sicherlich gibt es auch in Ihrer Familie Tage, an denen diese Empfehlungen nicht eingehalten werden können wie zum Beispiel eine Einladung zu einem Kindergeburtstag. Stressen Sie sich dadurch bitte nicht. Bewerten Sie immer den Verlauf einer Woche und versuchen Sie einen Tag, an dem Ihr Kind viele Produkte aus dem roten Bereich zu sich genommen hat, an einem anderen Tag mit viel Obst- und Gemüsegerichten auszugleichen. Dann schadet ein Tag mit reichlich Pommes Frites und Muffins nicht. Bewusstes Genießen sollten auch Kinder lernen.

Sie können Ihr Kind gleich nach der Säuglingsernährung nach dem Ampelprinzip ernähren. Auch eine Umstellung der gewohnten Ernährungsform Ihrer Familie geht jederzeit. Doch seien Sie bitte behutsam. Sie müssen mit Widerstand bei den Kindern rechnen, da sie bei Veränderungen meist sehr kritisch sind.

 

Ist Ihr Kind schon älter, findet es vielleicht Gefallen daran, sich mit dem Ampelprinzip zu beschäftigen. Gehen Sie spielerisch an das Thema heran. Malen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern eine Ampel auf ein großes Blatt Papier. Besorgen Sie sich Bilder von Lebensmitteln wie Käse, Äpfeln, Wurst etc.; zum Beispiel im Internet -kopiert und farbig ausgedruckt- (google: bild lebensmittel). Oder schauen Sie in die Prospekte Ihres Lebensmittelhändlers.

 

Schneiden Sie gemeinsam mit Ihren Kindern entsprechende Embleme aus und lassen Sie sie von den Kindern zuordnen. Je vielfältiger, desto besser! Das macht bestimmt allen Spaß und Ihre Kinder lernen spielerisch, welche Nahrungsmittel für ihren Körper besser oder schlechter sind. Auch Sie als Eltern können noch dazu lernen.

 

Neben der optimalen Ernährung ist die ausreichende Bewegung ein weiterer wichtiger Baustein für die gesunde Entwicklung Ihres Kindes.

Kinder bewegen sich aus eigenem Antrieb gern und viel, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Allerdings wird der angeborene kindliche Bewegungsdrang unter anderem durch verkehrsreiche Straßen, fehlende Spielflächen und nicht zuletzt durch das Verhalten der Erwachsenen ausgebremst.

 

Das Ampelprinzip gilt auch für die Bewegung der Kinder im Alltag und in der Freizeit:

Farbe Rot: Es geht um inaktive Zeiten wie Fernsehen oder Computerspiele. Aber verbieten Sie Ihren Kindern das Fernsehen gucken nicht ganz. Vielleicht gibt es ja Sendungen, die die ganze Familie interessieren. Aber bitte nicht nebenbei essen. Essen ist keine Nebenbeschäftigung!

Farbe Gelb: Hallensportarten und Freizeitgestaltung im Innenbereich; vielleicht kommen Freunde mit zum Bowling. Gemeinsam macht es allen mehr Spaß! Und benutzen Sie grundsätzlich die Treppe; der Fahrstuhl sollte die Ausnahme sein. Sind Sie ein gutes Vorbild?

Farbe Grün: Hierbei geht es um Outdoorsportarten wie Fahrrad fahren oder Laufen. Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder sich täglich draußen aufhalten und bewegen. Vielleicht machen Sie einfach mit und lassen Ihr Auto ab und zu in der Garage stehen. Das motiviert Ihre Kinder und tut auch Ihnen gut!

 

 

Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Bewegung:

Bei hoher Energieaufnahme zum Beispiel durch erhöhte Zufuhr von Nahrungsmitteln aus dem gelben und roten Bereich (s. Ampelprinzip Ernährung) und wenig Bewegung (s. auch Ampelprinzip Bewegung roter Bereich) kommt es trotz des Wachstums der Kinder auf Dauer zu einer Gewichtszunahme. Die Kinder verlieren dann meistens auch die Freude an der Bewegung. Ein ungünstiger Kreislauf entsteht.

Wenn sich Ihr Kind viel bewegt und aktiv ist, verbraucht es mehr Energie (Nährstoffe aus der Nahrung) und muss also mehr davon aufnehmen. Die spielerische Bewegung reguliert auf diese natürliche Weise die Energieaufnahme Ihres Kindes. Es entwickelt ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl. Dadurch kann Übergewicht vermieden werden.

Durch gute ausgewogene Ernährung erhalten Ihre Kinder viel Energie durch die Nährstoffe und können sich gut bewegen. Durch regelmäßige Bewegung verbrauchen sie die Energie, die sie aufnehmen (Kalorien). Das führt zu einer positiven Wechselwirkung!

 

Fazit:

Optimale Ernährung und ausreichend Bewegung gehören zusammen, damit Kinder sich gesund entwickeln.

 

Viel Erfolg mit dem Ampelprinzip wünscht Ihnen
Sabine Timmermann

 

 

Januar 2017

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