Sie als Eltern legen den Grundstein im Ernährungsverhalten Ihrer Kinder, deshalb sollten Sie die Verantwortung übernehmen, Ihre Kinder an eine gesunde/bewusste Ernährung heran zu führen.

Was Ihr Kind heute isst und trinkt, entscheidet mit darüber, wie gesund es in den späteren Jahren sein wird. Darüber hinaus bilden sich jetzt Gewohnheiten, Gefühle und Einstellungen zum Essen, die unter Umständen ein Leben lang fortbestehen.

Unterstützen Sie Ihr Kind darin, Schritt für Schritt ein Ernährungs-Profi zu werden. Ihr Kind wird dann auch mehr Spaß an einem ausgewogenen, abwechslungsreichen Essen haben und immer mehr Neues ausprobieren wollen.

Wie fangen Sie es nun am besten an? Was hilft bei Gemüsemuffel, Suppenkasper oder Naschkatze?

Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie interessieren sich grundsätzlich für alles Essbare.

Das können und sollten Sie nutzen!

Vorbildfunktion

Der erste wichtige Schritt, Kindern eine gesunde/bewusste Ernährung näher zu bringen, ist Ihre Vorbildfunktion. Nur wer selbst viel Gemüse isst und sich bei Naschereien zurück hält, wird sein Kind vom gesunden Essen überzeugen. Kinder lehnen Essen oft ab, wenn Eltern es ihnen als gesund verkaufen. Das interessiert sie in dem Alter noch nicht. Außerdem können die Kinder es sich nicht vorstellen, dass Essen gleichzeitig zwei Aufgaben haben kann, nämlich gesund sein und gut schmecken.

Also, wenn Sie möchten, dass Ihre Kinder Obst und Gemüse essen, sollten Sie dieses ganz selbstverständlich tun -ohne groß zu kommentieren. Ihre Kinder machen es Ihnen dann nach. Kinder lernen vor allem durch Beobachten, Nachahmen und Ausprobieren. Seien Sie ein gutes Vorbild! Das, was Sie Ihrem Kind vormachen, hat eine größere Wirkung als das, was Sie ihm sagen. Verlangen Sie nichts von Ihrem Kind, was Sie nicht selbst einhalten!

Vermitteln Sie Ihrem Kind die Botschaft: Essen soll Freude machen, vertreibt den Hunger, wirkt entspannend und macht meist gute Laune. Und leben Sie es ihnen vor! Der Grundstock für diese Einstellung zum Essen wird schon in der Kindheit gelegt.

Merksatz: Kinder lernen vom elterlichen Vorbild!

 

Mitmachen lassen

Gemeinsames Kochen macht Spaß und ist die einfachste Möglichkeit, Kindern so ganz nebenbei Ernährungswissen beizubringen. Wenn Ihr Kind in der Küche helfen darf, entwickelt es ein gesundes und natürliches Verhältnis zu Lebensmitteln. Die Kinder lernen, wie die Zutaten aussehen, bevor sie auf den Teller kommen, wie sie sich anfühlen und wie man damit umgeht. Wecken Sie das Interesse Ihrer Kinder und kochen und dekorieren Sie kreativ. Ein spezieller Ernährungsratgeber ist meistens nicht nötig. Wichtig ist die Abwechslung; von jedem etwas. Eine gewisse Gelassenheit und das Vertrauen, dass Ihr Kind im Laufe der Zeit seinen Ess-Horizont erweitern wird, helfen manchmal mehr als ein verzweifeltes Festhalten an einem festen Vorsatz.

Wenn Sie Ihr Kind von klein auf mit ins Küchen-Geschehen einbeziehen, fördert und befriedigt das seine Neugier. Quarkspeisen rühren und Obst schnippeln macht ihnen nicht nur Spaß. Was Ihr Kind selbst geschnippelt und gekocht hat, will es meistens auch essen. Außerdem stärkt es das Selbstbewusstsein. Die Kinder haben das Gefühl etwas Wichtiges zu machen. Und nicht zu vergessen, Ihre Kinder erwerben nebenbei erste Kochkenntnisse.

Machen Sie gemeinsam Küchenexperimente. Probieren Sie zusammen aus, was passiert: zum Beispiel flüssige Sahne steif schlagen oder feste Butter schaumig rühren. So wird Ihre Küche zum interessanten Abenteuer-Spielplatz. Legen Sie gemeinsam ein Kunstwerk aus Obst und Gemüse und essen Sie es zusammen auf. Ein völlig neues Gefühl, Obst und Gemüse zu essen. Anregungen finden Sie im Internet.

Damit der Spaß in der Küche bleibt, gibt es eine goldene Regel für Eltern: klare Ansagen machen, wer was tun darf, und sich mit Kritik zurück halten –auch wenn die Möhren zu dick geschnitten sind. Kinder brauchen den Stolz der ersten Erfolge!

Haben Sie Lust auf einen Wochenspeiseplan mit entsprechender Einkaufsliste? Beziehen Sie Ihr Kind je nach Alter in die Planung mit ein. Beispielsweise darf sich jedes Familienmitglied ein Lieblingsgericht pro Woche wünschen und zwei „ungeliebte“ Lebensmittel vom Speiseplan streichen.

Gehen Sie zusammen einkaufen. Was gibt es spannenderes als ein Familienausflug zum Wochenmarkt oder zum Hofladen eines Bauernhofs? Ihre Kinder dürfen dort sicherlich ein Stück Käse probieren oder eine Erdbeere naschen. Außerdem lernt man nur so, dass es die guten Erdbeeren nur im Juni oder Juli gibt.

Merksatz: Mitmachen lassen ist der erste Schritt Ihrer Kinder zum Ernährungs-Profi!

 

Gemeinsames Essen

Der Ess-Tisch als Familien-Anker; gemeinsame Mahlzeiten stärken den Familienzusammenhalt, machen Spaß und strukturieren den Alltag. Mehr als 80 % aller Kinder schätzen den Familientisch als Ort für Gespräche, Gemütlichkeit und Entspannung.

Familientisch als Mittelpunkt; mindestens einmal am Tag sollten Sie mit Ihren Kindern zusammen essen. Wichtig sind klare Tischregeln. Mit kleinen Ritualen lernen Ihre Kinder spielend Tischmanieren. Das ist sehr hilfreich für einen reibungslosen Ablauf beim Essen. Sorgen Sie für eine positive entspannte Atmosphäre am Tisch. Leben Sie Ihren Kindern vor, dass durch einen schön gedeckten Tisch, vielleicht mit passenden Sammelobjekten von einem gemeinsamen Spaziergang, die Stimmung verbessert werden kann.

Streit und permanente Ermahnungen sollten Sie vermeiden. Dadurch wird der Familie die Freude am Essen verdorben. Auch ein laufender Fernseher kann beim gemeinsamen Essen sehr stören.

Erzählen Sie von Ihren Ess-Erfahrungen aus der eigenen Kindheit. Oder lassen Sie Ihre Kinder die Großeltern fragen, was sie gerne gegessen haben, als sie Kinder waren. Beschäftigen Sie sich als Familie mit dem Thema. Sie werden staunen, wie Ihre Kinder reagieren.

Merksatz: Beim gemeinsamen Essen schmeckt es Ihren Kindern besser und ist für sie interessanter, Neues zu probieren; nebenbei lernen Ihre Kinder von Ihnen Esskultur und Tischmanieren!

 

Spielregeln für richtiges Essen:

Gesunde Kinder wissen ganz genau, wie viel sie essen müssen. Je jünger sie sind, desto zuverlässiger und genauer wissen sie es. Denken Sie an die Zeit des Stillens im Babyalter. Sind die Kinder größer, vertrauen die Eltern ihnen oft nicht mehr. Sie wollen dann für ihre Kinder entscheiden.

Es gibt Spielregeln, die es einzuhalten gilt. Wir unterscheiden zwischen der Elternrolle und der Kinderrolle.

Elternrolle
Sie entscheiden: Was biete ich meinen Kindern an? Wann biete ich es meinen Kindern an? Wie biete ich es meinen Kindern an? Das ist Ihre Rolle als Eltern.
Wichtig ist, dass Sie Ihre Kinder mit einbeziehen und sie nicht bevormunden.

Kinderrolle
Ihr Kind entscheidet: Will ich davon etwas essen? Wie viel will ich davon essen? Das ist die Rolle Ihrer Kinder.
Vertrauen Sie Ihrem Kind und helfen Sie Ihm dabei.

Es ist nicht einfach konsequent danach zu handeln, doch es lohnt sich.

Merksatz: Halten Sie die Spielregeln ein: Was Sie Ihrem Kind wann und wie anbieten, entscheiden Sie. Ob und wie viel es davon essen will, entscheidet Ihr Kind.

 

Fazit:

Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Kind. Seien Sie ein gutes Vorbild, dann wird für Ihr Kind eine gesunde Ernährung selbstverständlich!

 

Viel Erfolg wünscht Ihnen
Sabine Timmermann

 

Mai 2016

 

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