Immer mehr Familien legen Wert auf Nachhaltigkeit. Sie auch?

Tipps & Tricks, die Sie in der eigenen Küche dabei unterstützen:

 

Nachhaltiger Einkauf

Der regionale Saisonkalender ist unser bester Einkaufsratgeber. Obst, Gemüse und Kräuter gelten als saisonal, wenn sie bei uns im Freiland wachsen und ausreifen. Geben Sie auch krummem Obst und Gemüse eine Chance, in Ihren Einkaufskorb zu wandern. Unterstützen Sie lokale Produzenten. Wenn Sie zur Ergänzung Produkte aus fernen Ländern einsetzen, können Sie mit dem Fairtrade-Siegel nachhaltig einkaufen.

Fröhliche Kinderidee:
Lassen Sie Ihre Kinder Obst- und Gemüsearten aufzählen, die an ihrem Geburtstag Saison haben. Dabei hilft der Saisonkalender. Kostenlose Exemplare zum Downloaden unter: www.utopia.de. Ihre Kinder sind bestimmt mit Begeisterung dabei.

 

Greifen Sie, wenn möglich, zu Bio-Produkten. Das europäische Bio-Siegel ist eher eine Grundlage. Strengere Richtlinien haben Verbände wie Naturland, Bioland und Demeter. Der ökologische Landbau schont unsere Umwelt. Bio-Kisten mit verschiedenen Erzeugnissen werden oftmals auch ins Haus geliefert. Informieren Sie sich bei einem lokalen Händler.

Bevorzugen Sie Produkte von Tieren aus artgerechter Haltung aus der Region; lieber wenig und dafür qualitativ hochwertiges Fleisch verwenden.

Der Einkaufszettel hilft, nur das Wesentliche und die Mengen einzukaufen, die man braucht. Wählen Sie möglichst unverpackte Ware. Bringen Sie Ihre Verpackung zum Einkauf mit. Ein nachhaltiges Einkaufsverfahren braucht neue Routinen: Verwenden Sie ressourcenschonende Mehrwegbeutel, umweltfreundliche wieder verwendbare Netze, Papier oder Glasschüsseln mit Deckel. Müssen Sie doch zu verpackten Lebensmitteln greifen, nehmen Sie lieber Mehrweg- als Einwegverpackungen. Verstauen Sie die Lebensmittel in mitgebrachten Körben oder Stoff-Beuteln.

 

Fröhliche Kinderidee:
Welche Lebensmittel passen in welche Verpackung? Ihre Kinder probieren das bestimmt gerne aus.

 

Familien-Tipp: Besuchen Sie doch mal gemeinsam einen plastikfreien Laden. Unverpackt-Läden liegen im Trend.

 

 

Nachhaltige Lagerung

Eine der wichtigsten Maßnahmen für Nachhaltigkeit in der eigenen Küche ist die richtige Lagerung. Sortieren Sie neuere Lebensmittel nach hinten, ältere nach vorne. Und kontrollieren Sie regelmäßig das Haltbarkeitsdatum. Achtung: Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch schlecht. Sieht das Produkt gut aus und riecht nicht streng, ist es in der Regel noch essbar.

Fröhliche Kinderidee:
Inspizieren Sie mit Ihren Kindern den Vorratsschrank und schauen Sie auf das Haltbarkeitsdatum der eingelagerten Lebensmittel. Welches Nahrungsmittel ist bald abgelaufen und wer findet das am längsten haltbare?

 

Füllen Sie den Inhalt angebrochener Packungen in gut verschließbare Gefäße um. Bei feuchten, frischen, flüssigen und sauren Lebensmitteln Gefäße aus Glas bevorzugen und anschließend kühl stellen; bei trockenen sind auch Gefäße aus Metall eine Alternative und es reicht eine Lagerung im Vorratsschrank.

Grundlegende Lagerungshinweise finden Sie im Internet.

 

 

Nachhaltige Küchenpraxis

Zutaten:

Ernähren Sie sich überwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln, also Gerichte mit möglichst wenig tierischen Zutaten auf den Familienspeiseplan nehmen. Erstellen Sie Wochenessenspläne und wählen Sie Rezepte, die das jahreszeitliche Angebot beachten. Gemüse ist das A und O der nachhaltigen Küche und lässt sich vielseitig zubereiten.

Bevorzugen Sie frische unverarbeitete Lebensmittel.

Kalkulieren Sie die Lebensmittelmengen möglichst genau und verwerten Sie eventuelle Reste. Mit etwas Experimentierfreude gelingt es Ihnen bestimmt ganz leicht, kreative Aufläufe oder bunte Pfannen zu zaubern.
Tipp: Beinahe jede Obstsorte eignet sich für einen Smoothie.

 

 

„Leaf to Root“

 

Der neueste nachhaltige Kochtrend; vom Blatt bis zu Wurzel wird alles verarbeitet; Beispiel: Möhrensuppe mit Blätter-Crunch. Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten von Blättern, Stielen, Strünken und Wurzeln finden Sie im Internet.

 

 

 

Zubehör:

 

Nutzen Sie hochwertige Utensilien; lieber einmal etwas mehr für Qualität ausgeben, statt ständig neue 1-Euro-Plastik-Kochlöffel und Billig-Kochtöpfe zu kaufen.

Küchengeräte ausleihen. Eine Fritteuse oder Eismaschine können sich mindestens drei Familien teilen.

Wiederverwendbare Backmatten aus Silikon sind ein guter Ersatz für Backpapier.

Bienenwachsfolie statt herkömmlicher Klarsicht- oder Alufolie einsetzen.

 

Energie sparen:

Kochen Sie Wasser stets mit dem Wasserkocher vor und erhitzen Sie immer nur so viel Wasser, wie sie wirklich benötigen.

Die Töpfe und Pfannen sollten in ihrem Umfang auf die Herdplatte passen. Sind die Töpfe kleiner, geht unnötig Energie verloren.

Vor allem bei Gemüse -wie Kartoffeln oder Möhren- reicht es, nur den Kochtopfboden mit Wasser zu bedecken.

Einen Topfdeckel zu nutzen, spart bis zu 60 Prozent Energie ein. Am besten ist es, einen Glasdeckel zu nehmen. Dieser spart das Abheben zum Reinschauen und somit auch Energie.

Nutzen Sie die Restwärme der Herdplatten.

Jedes Öffnen der Ofentür bewirkt, dass viel Wärme verloren geht. Vorteilhaft ist eine Backofentür mit Glas, damit Sie den Backvorgang gut beobachten können.

Achten Sie darauf, die Kühlschranktür nicht unnötig lange geöffnet zu halten. Sortieren Sie die Lebensmittel im Kühlschrank möglichst übersichtlich, damit Sie sie schneller finden. Gekochte Speisen sollten vor dem Kaltstellen abkühlen.

 

Fröhliche Kinderidee:
Lassen Sie Ihre Kinder einen passenden Topf zur Größe der Herdplatte und einen dazu passenden Deckel auswählen. Machen Sie ein Spiel daraus.

 

Methoden:

Beispiele: Wer Suppen und Eintöpfe auf Vorrat kocht und einfriert, spart Energie. Gekochte Nudeln, Reis oder Bulgur lassen sich gut zwei, drei Tage im Kühlschrank lagern und im nächsten Rezept weiter verarbeiten. Kochen Sie ab und zu für zwei Tage und wandeln Sie das Gericht am nächsten Tag etwas ab.

 

Nutzen Sie alt bewährte Konservierungsmethoden. Kaufen Sie gleich größere Mengen saisonales Obst und Gemüse und machen Sie es auf die eine oder andere Art haltbar. Im Winter erfreuen Sie sich dann an Ihren Vorräten.
Tipp: www.gutekueche.at/lebensmittelkonservierungen

 

Fröhliche Kinderidee:
Unternehmen Sie während der Erntezeit einen Ausflug zu einem Obst-Bauern in Ihrer Region und pflücken und sammeln Sie gemeinsam Äpfel. Kochen Sie mit Ihren Kindern daraus Apfelmus und füllen Sie es bis jeweils zum Rand in heiß ausgespülte Schraubgläser. Anschließend den Deckel fest verschließen, das Glas auf den Kopf stellen und nach dem vollständigen Auskühlen wieder umdrehen.
Motivieren Sie Ihre Kinder, ein eigenes Etikett mit Inhaltsangabe und Abfülldatum zu gestalten. Vorlagen dafür finden Sie im Internet.

Sommeralternative: Beeren ernten und Marmelade kochen

Tipps für das Aufräumen: Schauen Sie auf die Dosieranleitung des (möglichst ökologischen) Geschirrspülmittels und verwenden Sie nicht mehr als nötig. Spülen Sie im Becken und nicht unter fließendem Wasser ab.

 

Fröhliche Kinderidee:
Lassen Sie sich nach dem Familienkochen von Ihren Kindern beim Abwasch helfen. Erklären Sie ihnen von Anfang an die Regeln für das energiesparende Abwaschen.
Besorgen Sie kindgerechte Reinigungsutensilien. Mit lustigen Schwämmen und bunten Bürsten bringt es gleich mehr Spaß.

 

Fazit:

Wenn Sie Fertigprodukte meiden und mit frischen Lebensmitteln selbst kochen und zusätzlich weitere Aspekte wie den Einsatz pflanzlicher Lebensmittel, fair gehandelter Produkte und überflüssige Lebensmittelverschwendung mit einbeziehen, sind Sie schon auf dem richtigen Weg.

Und je früher Kinder nachhaltige Verhaltens- und Denkweisen verinnerlichen, desto eher übernehmen sie diese in ihrem späteren Leben.

 

Eine nachhaltige Familienküche wünscht Ihnen

Sabine Timmermann

August 2021

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