Wenn Sie sich für gesunde Ernährung interessieren, werden Sie früher oder später auf den Begriff „Superfood“ stoßen. Mit dem Konzept „Superfood“ versuchen Lebensmittelkonzerne, Verbraucher*innen zum Kauf ihrer Produkte anzuregen, überwiegend mit Exoten wie zum Beispiel Acai-Beeren oder Chia-Samen. Sie peppen herkömmliche Lebensmittel wie Brote, Müsliriegel und Smoothies auf oder werden selbst als Nahrungsergänzungsmittel in Kapsel- oder Pulverform angeboten. Andere wie zum Beispiel Avocados oder Granatäpfel finden Sie in der Obst- und Gemüseabteilung. Erhältlich sind „Superfood-Produkte“ aufgrund des großen Booms inzwischen in fast jedem gut sortierten Supermarkt.

Superfood („Supernahrung“) ist kein genau definierter Begriff –weder rechtlich noch wissenschaftlich. Superfood nennt man Lebensmittel wie zum Beispiel bestimmte Früchte, Nüsse, Samen oder Kräuter, in denen ein überdurchschnittlich hoher Nährstoffgehalt, also viele Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidanten konzentriert sind. Außerdem liefern sie die Arten von Nährstoffen, die der Körper gut verwerten kann und ihn optimal unterstützen. Exotisches Superfood wird meist aus fernen Ländern importiert und hat bereits viele tausende von Flugkilometern hinter sich gebracht, ehe es in unseren Supermärkten landet. Oft ist auch nicht eindeutig, unter welchen Qualitätsauflagen die Produkte angebaut wurden oder unter welchen Umständen die Bauern in den Herkunftsländern arbeiten müssen.

Heimische Produkte sind meistens günstiger, haben wegen der kurzen Transportwege eine bessere CO2-Bilanz, ähnlich wertvolle Inhaltsstoffe und lassen sich neben anderen gesunden Lebensmitteln wunderbar in den täglichen Familienspeiseplan mit einbauen.
Tauschen Sie exotische gegen einheimische Produkte aus.

Regionale Alternativen zu weit angereisten Superfoods:

  • statt Quinoa lieber Hirse
  • statt Chia-Samen lieber Leinsamen
  • statt Acai-Beeren lieber Heidelbeeren
  • statt Avocado lieber Walnüsse

Superfood im Regional-Regal

Viele Superfoods wachsen direkt vor unserer Haustür. Diverse Obst- und Gemüsesorten können Sie je nach Saison im Bio-Laden, im Supermarkt oder am Gemüsestand kaufen. Bevorzugen Sie regionale Produkte.

Gemüse

Gemüse bildet die Grundlage für eine vollwertige und ausgewogene Ernährung. Setzen Sie die Sorten je nach Saison auf den Familienspeiseplan.

Blattsalate, alle Kohlsorten, Brokkoli, Rote Bete, Spargel, Spinat, Tomaten…

Früchte

Reife Früchte sind kleine Kraftpakete: saftig, süß und vitaminreich.

Äpfel, Kirschen, Hagebutten, Sanddorn, Heidelbeeren, Holunder, rote Beeren…

Getreide

Einfach gekocht, zu Brot verbacken, fürs Müsli; Getreide ist eine wichtige Nahrungsgrundlage. Verwenden Sie möglichst Vollkornprodukte.

Buchweizen, Hafer, Dinkel…

Nüsse und Samen

Bereits in der Steinzeit waren Nüsse und Samen ein wertvoller Bestandteil der Ernährung.

Haselnüsse, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Walnüsse…

Kräuter

Kräuter bringen Vielfalt, Geschmack und Abwechslung auf den Teller.

Petersilie, Kresse, Bärlauch…

Einige Superfoods erhalten Sie aus der freien Natur, zum Beispiel Früchte wie Brombeeren oder Wildkräuter wie Löwenzahn. Sammeln Sie jedoch nur Pflanzen, die Sie sicher kennen und nur abseits von stark befahrenen Straßen und Hundespazierwegen.

Tipp: Wer einen eigenen Garten hat, kann vieles selbst anpflanzen; sogar in Töpfen auf der Terrasse oder dem Balkon. Auch eine Fensterbank bietet Platz für kleine Kräuteranpflanzungen. Die richtige Sortenwahl, Sonne, Wasser und Pflege führen zu einer erstaunlich reichen Ernte. Informieren Sie sich im Fachhandel oder im Internet.

Die Top 20 der Nahrungsmittel für Kinder

…nicht unbedingt als Superfood „anerkannt“

Eier: Sie sind gesund und haben immer Saison! Eier können Sie als Zutat für viele Gerichte verwenden.

Milch- und Milchprodukte: Sie enthalten viel Eiweiß für den Aufbau. Kinder haben einen erhöhten Bedarf. Verzehr-Beispiele: Milch pur genossen oder als Shake. Gerne essen Kinder selbstzubereitete Quark-Joghurt-Speisen mit Früchten ihrer Wahl. Achtung: Milch ist ein Nahrungsmittel kein Durstlöscher!

Fisch: Wählen Sie grätenarme Sorten. Beispiele: Seelachs, Butterfisch. Kontrollieren Sie bei jedem Fisch, ob noch Gräten enthalten sind, damit sich Ihr Kind nicht daran verschluckt. Die bei Kindern beliebten Fischstäbchen nur selten anbieten.

Hähnchenbrustfilet: Fleisch leistet einen wertvollen Beitrag zur Kinderernährung. Kaufen Sie gutes Fleisch aus artgerechter Tierhaltung.

Vollkornbrot: Es muss nicht grob und dunkel, sondern kann auch hellbraun und aus fein gemahlenem Vollkornmehl sein. Feines Brot essen Kinder meistens lieber.

Haferflocken: Verwenden Sie Vollkorn-Haferflocken fürs Müsli; oder backen Sie gemeinsam mit der Familie Haferflockenkekse als gesunde Nascherei. Wenig Zucker verwenden!

Möhren: Sie sind sehr beliebt; schon bei den ganz kleinen Kindern (in jeder Variation).

Paprika: Rote, gelbe, orange, grüne Schoten geschnitten als Fingerfood. Die grüne Sorte ist etwas herber und bei Kindern nicht immer beliebt.

Feldsalat: Er ist kombiniert mit süßlichen Früchten besonders schmackhaft. Gewöhnen Sie Ihre Kinder rechtzeitig an den Verzehr von Salat. Seien Sie ein gutes Vorbild!

Gurken: Im Sommer sind sie erfrischend und auch im Winter nicht wegzudenken vom Familientisch. Selbst Kleinstkinder können schon prima an Gurkenscheiben lutschen. Unbedingt Bio-Ware kaufen.

Kresse: Vielseitig einsetzbar. Lassen Sie diesen Kräuterklassiker von Ihren etwas älteren Kindern selbstständig ansäen; am besten auf der Fensterbank. Sie werden dadurch motiviert, die Kresse zu probieren.

Kartoffeln: Vielseitige Zubereitungsmöglichkeiten. Seien Sie kreativ.

Hülsenfrüchte: Vor allem die Farbenvielfalt der Kichererbsen, roten Kidneybohnen, gelben Linsen und kleinen grünen Erbsen bereiten Kindern große Freude auf dem Teller. Gut geeignet für Suppen oder Eintopf.

Kirschtomaten: Sie sind handlich, passen in jeden Kindermund und schmecken süßer als die großen Sorten. Gute Ergänzung zum Vollkornbrot.

Bananen: Kleine Bananen als Snack für unterwegs. Sie machen sofort satt. Und ein Baby-Klassiker; Bananen sind oftmals das erste Obst, das Babys bekommen. Bananen lassen sich gut in der Hand halten oder zu Mus zerdrücken. Sie schmecken mild und leicht nach Vanille.

Äpfel: Familienprojekt: Kochen von Apfelkompott in der Apfelsaison; oder natürlich frisch in mundgerechte Stücke geschnitten sofort verzehrt.

Johannisbeeren: Für Kinder interessante Frucht am Stängel; Saison beachten!

Himbeeren: Oftmals das Lieblingsobst von Kindern. Die natürliche Süße und die rote Farbe sprechen Kinder an. Saison beachten!

Blaubeeren: Vitaminpower für die ganze Familie.

Weintrauben: Beliebt als kleine süße Nascherei zwischendurch. Kinder bevorzugen die Sorten ohne Kerne.

Fazit:

Häufig werden mit dem Begriff Superfood exotische Lebensmittel in Verbindung gebracht, doch es gibt viele saisonale und regionale Produkte, die diese Bezeichnung verdienen.

 

Eine ausgewogene Familienernährung mit viel heimischem Superfood wünscht Ihnen
Sabine Timmermann

 

Februar 2021

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.